#50 Markus Nessler über Joybuy und die Marktstrukturen 2026

Shownotes

Während viele Markenhersteller noch über Preise diskutieren und einzelne Brandherde löschen, verändert sich im Hintergrund die eigentliche Marktmechanik. Plattformlogik, algorithmisches Repricing, Buy Box, Retail Media – und jetzt der Markteintritt von Joybuy – verschieben die Kräfteverhältnisse zwischen Herstellern, Handel und Plattformen grundlegend. In dieser Folge spreche ich mit RA Markus Nessler MBA – Spezialist für europäisches Wettbewerbs- und Kartellrecht sowie für selektive Vertriebssysteme. Wir werfen einen anderen Blick auf Joybuy, die Plattformökonomie und die Marktstrukturen 2026. Wir sprechen darüber:

warum der sichtbare Schmerz „Preis" ist, die eigentliche Veränderung aber tiefer liegt weshalb klassische Vertriebssysteme ihre Steuerungskraft verlieren warum der Online-Streetpreis heute das Maß der Dinge ist weshalb Joybuy möglicherweise kein Angriff auf Amazon ist, sondern ein Marktzutrittsportal für chinesische OEM-Lieferanten warum Hersteller plötzlich ein Interesse haben könnten, Amazon am Leben zu halten weshalb die Kontrolle über die digitale Sichtbarkeit der zentrale Wettbewerbsfaktor wird warum eine moderne Vermarktungsstrategie beim Endkunden beginnt – nicht beim Händler und warum jetzt entschieden wird, welche Hersteller in fünf Jahren noch Steuerungsfähigkeit besitzen

Außerdem geht es um Markus' „Kittel Burning Index" und um die strukturellen Risiken, die viele Hersteller im stationären Handel und in unterbesetzten E-Commerce-Teams noch unterschätzen. In der Folgefolge gehen wir konkret darauf ein, was Hersteller jetzt tun können – und tun sollten.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Und was für Zeiten leben wir da eigentlich gerade?

00:00:03: Sehr wahrscheinlich ist auch dein Unternehmen ganz konkret betroffen von den Dingen, die in der Welt passieren.

00:00:10: Wir haben gerade Kriege, wir haben damit verbunden steigende, stark gestiegene Rohstoffpreise.

00:00:18: Wir habe Probleme in Lieferketten.

00:00:22: Wir eine steigenden Bürokratie und Auflagen für Unternehmen Und sehr wahrscheinlich geht's deinem Unternehmen so, dass es Schwierigkeiten hat die steigenden Kosten an seine Kunden, seine Handelspartner weiterzugeben und so damit beschäftigt ist Löcher zu stopfen.

00:00:45: Aber eigentlich leben wir jetzt gerade in der Zeit weil zu den Themen, die ich gerade beschrieben habe kommt auch noch eine Handelslandschaft, die sich immer schneller zu wandeln nicht scheint.

00:00:56: Die sich gerade immer schneller wandelt.

00:00:59: Das Konsumentenverhalten wandelt sich immer schneller und ich habe mir in dieser Folge jetzt jemanden eingeladen, der den nötigen Weitblick und die nötige Klarheit hat um das einmal zu ordnen.

00:01:30: Verträge, die von ihm gestaltet wurden unterschrieben haben und das mehrere Milliarden Euro Umsatz auf diesen selektiven Vertriebssystem laufen.

00:01:41: Also da ist nicht jemand der irgendwo ja nur aus dem volkswirtschaftlichen Blickwinkel hier bewertet was da gerade passiert sondern der genau weiß wie sich das anfühlt und gleichzeitig ein extrem scharfen Blick auf den punkt und auch in die zukunft hat.

00:02:00: also in der folge hier hab ich das ein oder andere mal gesagt wow alles klar habe ich so noch nie gehört aber macht total sinn Und Ich wünsch dir sehr viel spaß mit dieser besonderen folge.

00:02:15: jetzt kommt das intro und dann geht's los.

00:02:25: Herzlich willkommen zu handelsrouten.

00:02:27: zwei punkt null dem e-commerce podcast für markenhersteller und amazon wendoren.

00:02:36: Mein Name ist Frank Holzweißig und diese Woche geht es um das Thema Markstruktur, der

00:02:43: andere Blick

00:02:44: auf Joy by

00:02:44: Amazon und die Plattformökonomie mit

00:02:48: Markus Nessler.

00:02:53: Hallo Markus!

00:02:54: Schön dass

00:02:54: du wieder da bist.

00:02:56: Du bist zum zweiten

00:02:57: Mal

00:02:58: der erste Gast ja zum zweit mal im Podcast ist und dahintergrund ist vor allem der, im dreiviertel Jahr ungefähr gemacht hatten, eine der Folgen ist für die zu denen ich am meisten Feedback bekommen habe.

00:03:12: Zum einen den inhaltlichen Tiefgang aber auch für die Bilder und für die Klarheit mit der die Situation beschrieben worden.

00:03:22: Und deshalb hab' ich jetzt gerade zu dem Thema weil das ein richtungsweisendes dich gerne wieder eingeladen.

00:03:29: Schön dass du dir die Zeit nimmst und möchtest du dich nochmal ganz kurz vorstellen.

00:03:35: und Hörerinnen, die dich vielleicht nicht kennen oder noch nicht kennen.

00:03:41: Hallo Frank!

00:03:41: Vielen Dank dass ich wieder dabei sein darf.

00:03:44: Jawohl mein Name ist Markus Nessler.

00:03:45: Ich bin jetzt seit twenty-fünf Jahren Rechtsanwalt und Europäisches Wettbewerbs- und Kartellrecht.

00:03:52: Ich bin aber ebenso auch für Vertriebssysteme und Organisationen kann hier auf praktische Erfahrungen zurück greifen und ja unterstütze eben Qualitäts- und marktführende Unternehmen ihre vertrieblichen Ziele zu erreichen in diesen schweren Volatilen Zeiten.

00:04:16: Ja, volatile Zeiten das ist ein gutes gutes Stichwort.

00:04:19: also es gibt gerade In dieser Zeit wo viel Bewegung im Markt ist, wo sowohl für Handelsunternehmen wie auch für Hersteller besonders für Handelunternehmen Und da ist jetzt der Markteintritt von Joy by Das heißt von einem wirklich großen chinesischen Unternehmen, was es ernst zu meinen scheint.

00:04:38: Etwas, was ich sehr deutlich spüre oder ich spüre eine Nervosität auf Herstellerseite weil... Ich habe jetzt schon zweimal Einordnung dazu vorgenommen aber ich nehme insgesamt diese Nervosität war, weil in fast jedem Gespräch, was sich so mitentscheidern für ist joy bei gerade Thema unabhängig davon von der Erfolgsaussicht vom Konzept Rüttelt das hier in den Marktstrukturen etwas auf und ich kenne dich als, oder ich schätze dich als jemanden der nicht nur oberflächlich die Dinge erklären kann sondern sie auch wirklich umsetzt.

00:05:18: Das heißt selektive Vertriebssysteme dass was du machst du bringst ja bis zur Umsetzung bis zum Rollout und dann in der Begleitung und es ist halt was anderes sich das von oben anzugucken als wenn man das wirklich um setzt.

00:05:31: Wie nimmst Du die aktuelle Situation im Markt war und wie bewertest

00:05:36: du die?

00:05:39: Ja Frank, das ist schon mal eine sehr spannende Frage hier zum Aufschlag.

00:05:45: Ich beobachte dass viele Unternehmen aktuell einfach nur Symptome diskutieren.

00:05:50: online Preise sind dem Keller vergleichbarkeit usw.

00:05:57: Der sichtbare Schmerz ist also der Preis.

00:06:00: die eigentliche Veränderung betrifft aber nach meinem Empfinden im Marktmechanik dahinter.

00:06:06: Früher konnte man eben Märkte noch relativ gut über Händlerstrukturen, selektive Vertriebssysteme, nationale Preisarchitekturen und klassische Vertriebesordnungen eingruppieren.

00:06:18: Da gab es Einkaufsverbände da hat einer dazugehört dann hat man sich mit denen irgendwie organisiert und dann lief die liefs.

00:06:25: ja das war okay.

00:06:26: heute greifen aber diese Plattformmechaniken Amazon, Bybox, Ranking, Retail Media, algorithmische Repricing Systeme und jetzt möglicherweise mit Joybuy eben noch mal eine völlig neue Qualität.

00:06:40: Eine darüber hinausgehende.

00:06:43: Und ich habe den Eindruck dass viele Händler eben im Moment nicht nur Marge verlieren sondern vor allem auch die Steuerungsfähigkeit Markenführung und Vertriebssteuerungsfähigkeit.

00:06:56: und das sie merken Sie haben Also es rennt ihnen wie Sand durch die Finger und hierfür gibt's aber Werkzeuge, hierfür gibts Möglichkeiten.

00:07:07: Wie man damit umgehen kann?

00:07:08: Aber das sind keine kurzfristigen Kniffs- und Tricks sondern das sind eben wirklich proktorelle Veränderungen der Marktmechanik auf dem man hier reagieren muss.

00:07:22: Das heißt viele Unternehmen diskutieren ja gerade dann wenn der Kittel brennt an dieser Stelle Wo es das Problem auftaucht, suchen da schnell nach der Lösung was dann ganz offensichtlich der Preis ist bei Produkt XY.

00:07:37: Aber du sagst wahrscheinlich auch dass ein bisschen zu kurzfristig gegriffen ist.

00:07:46: wie hat sich das Spielfeld verändert?

00:07:49: Also du weißt ja, ich habe ja den Kittel Burning Index entwickelt.

00:07:52: Mit dem kann man messen wie einem der Kittel brennt und das Folgeprodukt ist dann hier Kittel burning Sektoring.

00:07:59: mit dem kann wir messen wo einem der kittle brennte.

00:08:02: Das ist ja also schon mal sehr wichtig!

00:08:05: Und jetzt mal so wenn man vom KBI, also vom Kittel-Burning Index her die Sache betrachtet, dann versuchen eben viele im Moment Preise zu stabilisieren, Händler zu disziplinieren Amazon irgendwie ruhigzustellen, die Seller, die da auf dem Marketplace rumtunnen.

00:08:23: Und dann kommt noch dazu dass aktuell viele Markenvertriebe mit Preiserhöhungskampagnen betroffen sind.

00:08:35: Aufgrund der schwierigen Rohstoffsituation und der allgemeinen Preissteigerungen kommen sie eigentlich überhaupt gar nicht mehr dazu richtig strukturell zu denken sondern es ist überall nur Brandbekämpfung.

00:08:48: Und die eigentliche Frage lautet aber passt das Vertriebssystem, dass einer hat überhaupt noch zur heutigen Plattform Realität?

00:08:55: Passt es da noch dazu?

00:08:57: denn eben Plattformen verändern die Sichtbarkeit.

00:09:00: Die Nachfrage, die Vergleichbarkeit und und das ist wichtig die Rollen im Markt.

00:09:05: also ein derselbe Absatzmittler der vor zwanzig Jahren eine andere Rolle hatte als vor zehn Jahren hat heute ne ganz andere Rolle wenn er überhaupt noch einen hat.

00:09:16: Und das ist der Punkt.

00:09:20: Man versucht mit Werkzeugen aus dem letzten Jahrhundert hier eigentlich Science Fiction Technik zu beherrschen und die Resultate sind ja bei den allermeisten sehr ernüchternd.

00:09:41: Ja, d. h., der entscheidende Hebel ist nicht alleine der Preis?

00:09:48: Oder wenn man einen Schritt weitergeht, der Preis ist ja schon in einer Vertriebsstrategie das zentrale oder ein sehr zentrales Element.

00:09:59: Und jetzt habe ich seit zwanzig Jahren versuche ich darauf hinzuweisen und ich glaube du auch dass der Online-Streetpreis eine relevante KPI ist und das haben jetzt glaube ich viele Unternehmen dann verstanden.

00:10:14: Das ist bekannt.

00:10:18: Und jetzt wird aber dann versucht, den Online-Streetpreis mit Möglichkeiten hochzuhalten.

00:10:24: Da weiß ich auch, dass... Ich weiß das.

00:10:28: Manchmal gefragt werde und fragt mal den Nestler was wir da für Kniffer haben um den Online Streetpreis hoch zu halten?

00:10:36: Wir haben ja nicht folgendes Problem hier auf Amazon Wie beobachtest du das Thema Online-Streetspreis und das was darum passiert?

00:10:46: Also für mich ist das Thema Online-Streetpreis das Maß der Dinge.

00:10:52: Das ist letztendlich die harte Realität, wenn man sich die Vorgehensweise von vielen Vertriebsabteilungen anschaut dann gehen die so hin dass sie sagen wir haben eine UVP Und dann gibt es netto-netto Bezugspreis und das, was dazwischen ist.

00:11:09: Das ist dann das Margenversprechen und dieses Margen versprechen soll den Händler dafür motivieren, aktiv zu werden.

00:11:18: Die Realität ist aber dass die Händlereinkäufer online die Marktpreis-Situation, den Online-Streetpreis checken und wenn das eben nicht adäquat ist dann darf der Vertriebsmitarbeitende vielleicht noch sein Kaffee ausdrinken.

00:11:35: aber dann war es das.

00:11:37: Und für mich ist es heute so dass der zentrale Wettbewerbsfaktor die Kontrolle über die digitale Sichtbarkeit Traffic, Daten und den Plattformzugang kontrolliert.

00:11:57: Der kontrolliert zunehmend den Markt.

00:12:00: Und die Hersteller sind hier in so einer Art Zwickmühle.

00:12:07: auf der einen Seite haben sie ja irgendein UVP Versprechen gegenüber ihren Absatzmittlern abgegeben.

00:12:13: Auf der anderen Seite wissen Sie das wenn Sie mit der UVP und dem bunten Bildchen auf Ihrem Online Job tatsächlich antreten wollen dass Sie überhaupt gar keine Chance haben Und damit immer öfter die Bybox verlieren und dann am Ende des Tages halt zweiter Sieger sind.

00:12:30: Und im Vertrieb zweiter Zieger zu sein heißt erster Verlierer zu sein, und die ersten Verlierern das sind die, die in der Regel halt Verlierers sind.

00:12:42: Ja und jetzt kommt in dieser ganzen Dynamik, die jetzt ohnehin schon da ist nochmal Joy-Buy dazu.

00:12:48: jemand, der ernsthaft hier in den Markt kommen möchte?

00:12:51: ein Unternehmen für dieses noch nicht mitbekommen haben, JD.

00:12:55: Der zweite große chinesische Online-Händler hat einen Angriff auf Europa mit Joybuy gestartet und da ist jemand der mehrere Jahre aushalten kann ohne Gewinnabsicht in so einem Markt zu treten – also Gewinnab sich schon aber nicht auf das nächste Jahr!

00:13:16: der mit einer sehr dicken Kapitaldecker ausgestattet ist und wirklich in der Lage es wäre Amazon ernsthaft anzugreifen.

00:13:23: Und das kommt jetzt noch dazu, wie beobachtest du das?

00:13:29: Also ich glaube dass der Joy-Buy möglicherweise andere Ziele verfolgt als den Amazon anzugreiben.

00:13:38: Mir fällt hier sofort das konfuzianische Sprichwort ein wenn setze dich an Das sind das Ufer des Flusses und warte bis die Leiche deines Feindes an dir vorbeischwimmt.

00:13:50: So, ich möchte einen anderen Blick darauf werfen auf dieses Thema.

00:13:55: Wenn man sich mal vorstellt dass Amazon primär Plattform Marketplace und Sichtbarkeitsmaschine ist könnte Joybuy ein Markt Zutritts Portal sein.

00:14:10: Ein Markt ZUTRITZPORTAL!

00:14:13: anguckt, was da für Marken im Moment verkauft werden.

00:14:16: Insbesondere dann sind das Elektronikartikel Haushaltskleingeräte und Weiße Ware und Braune Ware.

00:14:25: Und das sind alles Produkte die deutsche Marken OEM-mäßig in China fertigen lassen.

00:14:32: Wenn jetzt der chinesische Lieferant braucht im Moment die deutsche Marke eigentlich nur deswegen noch weil der Endkunde, die kennt.

00:14:46: Aber der OEM-Lieferant fertigt die Produkte ja schon.

00:14:51: und wenn man sich jetzt mal vorstellt was da für eine Marktmacht dahinter steckt also und zwar Marktzugangsmarkt stationäre Verkaufstellen online Verkauft Stellen Logistik OEM Zugang Datenmanagement Und dann auch noch ne Plattformlogik Ich persönlich mir nicht die Frage stellen, macht der Joy bei den Amazon Platt.

00:15:17: Sondern habe ich als Hersteller... ...nicht ein großes Interesse daran, den Amazon am Leben zu halten,... ...weil sonst irgendwann der Joy-Buy sagt, ich verkaufe nur noch meine chinesischen Produkte über diesen Kanal nach ganz

00:15:29: Europa.".

00:15:32: Und das ist...

00:15:33: Das ist ein sehr spannender Blick.

00:15:34: Das ist potentiell nämlich ein neues integriertes Vermarktungsmodell.

00:15:40: In dem die... die etablierten europäischen Marken solange eine Rolle spielen, klammer auf dürfen, klama zu.

00:15:48: Solange sie gebraucht werden um die Vorbehalte der Europäische Kunden gegenüber den anderen Produkten haben könnten abzubauen.

00:16:00: Den Blickwinkel habe ich noch gar nicht gehört oder gesehen und das ist sehr, sehr spannend.

00:16:04: also die Wertschöpfungstiefe in die Produktion zu nehmen Das ist auf jeden Fall ein sehr relevanter Aspekt und ich habe es tatsächlich auch schon so ähnlich gehört von jemanden, der in China produziert.

00:16:17: Und da wurde gleich in China gekauft und die Ware selbst verschifft und die rübergebracht.

00:16:22: also sehr spannender an sehr spannend wenn Amazon die Infrastruktur für Endkunde Logistik und dann ist das nochmal ganz andere Perspektive hier.

00:16:37: Ja, spannend!

00:16:38: Und du darfst eins... Frank, wenn ich das noch kurz ergänzen darf.

00:16:41: Du darfst eines nicht vergessen Wenn die chinesischen OEM-Lieferanten dann noch den markenvertrieb, den europäischen Markenvertrieb rausknipsen Dann wird ja nochmal ein ziemlicher Margenanteil frei der dann eben auch letztendlich zwischen dem OEM-Fertiger und dem Endkunden geteilt werden kann, was die etablierten Marken hier in Europa noch weiter unter Preisdruck setzt.

00:17:10: Und wenn sie dann weiterhin so planlos vor sich hingucken wie Sie das im Moment machen – viele Orts, viele sagen ja, Sie haben eine Strategie aber viele haben eben gar nichts.

00:17:20: Dann wird es halt spannend!

00:17:26: Ja, ich sehe auch bei vielen Markenerstellern das wozu die Strategie sagen.

00:17:30: Das ist extrem kurzfristig, extrem kurzfristig zu gucken.

00:17:33: wie bekommen wir irgendwie hier links oder da rechts etwas unsere Ware in Regale?

00:17:39: Wie kommen wir in Kontakte?

00:17:40: aber ich glaube die Mechanik, die darunter in den Ebenen darunter wirkt, die du gerade beschreibst.

00:17:50: wer in der Lage ist sich das jetzt genauer anzugucken und vielleicht zur Nutze zu machen Der wird langfristig, ich will gerade sagen Vorteile haben.

00:18:00: Aber eigentlich ist es sogar dunkler.

00:18:02: Also dunkler mal für die Malen, die nicht verstehen dass sie eine Wertschöpfungstiefe grade als Hersteller brauchen.

00:18:09: Eine Wertschöffungstiefe in der Produktion und in der Kompetenz die Produkte zu entwickeln.

00:18:14: Nicht nur Sie zu vermarkten sondern auch zu entwickeln.

00:18:17: wie wichtig das wird.

00:18:18: Das wird aus Deinen Ausführungen nochmal deutlicher.

00:18:22: also Auch weil du es jetzt gerade ansprichst, zeitgemäße Vermarktungsstrategie.

00:18:27: Das ist ja das Oberthema!

00:18:30: Ich bin oft mit Vertriebsteams und unter der Geschäftsführung von Qualitäts- oder marktführenden Unternehmen im Gespräch und was ich dann ganz oft höre, ist dass kriegen wir bei unseren Einkaufsverbandskunden oder beim Großhandel nicht durch.

00:18:48: Und das Problem, das wir haben Diese Einkaufsverbände und die Großhandelskunden, die führen sich auf wie so kleine Herrgöttle.

00:19:00: Das war vielleicht auch vor zwanzig Jahren noch gerechtfertigt aber es ist heutzutage eben nicht mehr weil jeder in der Vertriebskette muss mehr bringen als er kostet.

00:19:12: Deckungsbeitragsfresser sind nicht mehr akzeptabel und deswegen muss jeder hier sich überlegen Wo sein Platz in einer modernen Vertriebs-Strategie ist.

00:19:26: Und für mich beginnt eine moderne Vermarktungsstrategie eben nicht beim Händler und auch nicht beim Vertrag, sondern beim Entkunden.

00:19:35: Hier muss man genau verstehen wie entdeckt der Entkunde die Produkte?

00:19:40: Wo informiert er sich?

00:19:42: Wo vergleichter?

00:19:44: Wo kauft er?

00:19:46: Welche Rolle spielt die Marke dabei?

00:19:49: Welche Rolle spielt die Marke dabei?

00:19:51: Und deshalb umfasst eine Vermarktungsstrategie für mich heute.

00:19:54: Vertrieb, Marketing, Produktmanagement, After Sales online und offline und auch den stationären Handeln noch.

00:20:04: Das muss gesamthaft gedacht werden wie die Regler auf einem Mischpult.

00:20:10: Man muss seinen eigenen Markensound kreieren.

00:20:14: Da kann man keine Rücksicht mehr nehmen auf irgendwelche Befindlichkeiten von irgendwelchen Herrgöttle im Großhandel oder bei den Einkaufskooperationen, weil die damit mit der Position, die viele von denen vertreten übrigens auch ihren eigenen Mitgliedern Schaden, ihren Handelsmitgliedern.

00:20:31: Denn Stichwort Kittel Burning Index.

00:20:34: Die haben allen Kittle Burning Index von neun was bedeutet starke Rauchentwicklung und sichtbare Flammenbildung?

00:20:44: Ja, danke schön.

00:20:46: Also ich mag ja die brutale Klarheit und die Bilder, die so eine brutale klarheit erzeugen, die du da immer wieder malst Und das spricht mir so sehr aus meinen... also die Erfahrungen, die ich ja selbst auch gesammelt habe.

00:21:02: Ich hab ja fünfzehn Jahre online Handel gemacht, also ich war in der Rolle des Handels und durfte dann feststellen mit dem Aufkommen von Amazon wie ich mir selbst die Frage stellen musste Wie?

00:21:12: Wo ist eigentlich meine Wertschöpfung Wenn Amazon den Kundenzugang ahnt?

00:21:16: und Google, wo ist die Wertschöpfung?

00:21:18: Dass die Markenhersteller?

00:21:19: so bin ich ja da reingeraten weil ich gedacht war ihr könnt das auch selbst machen.

00:21:22: Also ihr braucht nicht noch jemandem dazwischen.

00:21:25: Wozu?

00:21:25: Welches ist die wertschöpfung des Handels?

00:21:27: Und da ist dann das was du gerade angesprochen hast entscheidend die Handelspartner erst mal danach zu bewerten wie was nützen sie mir Auch nochmal, also gerade im Bereich Großhandel oder ähnliches.

00:21:46: Mir fällt es sehr leicht mich in die Schuhe zu stellen und zu überlegen... Also viele Hersteller denken ja das ihnen irgendwie gerade schlecht geht weil sich so schnell bewegt.

00:21:52: aber ihr habt aber Produkte!

00:21:54: Und ihr habt diese Chance zu den Endkunden zu gehen und stellt euch mal in die schuhe von dem Handel wie wollt ihr denn Kundenzugang schaffen?

00:22:03: Wo ist denn da die Möglichkeit wertzustiften für euch oder für den Kunden?

00:22:08: Und die Nervosität ist ja da viel größer und das sind dann immer die, die am nervösesten sind aus meiner Erfahrung.

00:22:14: Die haben lautesten Schreien oder am meisten Druck auf die Hersteller ausüben und sagen nee, das könnt ihr nicht machen!

00:22:18: Das können wir nicht machen.

00:22:20: Also es ist oft eine Korrelation und ein guter Indikator dahin zu gucken.

00:22:24: Wenn ich darauf eingehen darf?

00:22:26: Auf den Punkt, den du gerade angesprochen

00:22:28: hast

00:22:29: Frank... Für mich persönlich ist es so dass der Endkunde Ich sehe es ja bei mir selber.

00:22:38: Du bist ja ein Kunde, ich bin ja genauso auch ein Kund.

00:22:41: Ich bin zahlungsbereit und habe gern hohe Qualität aber ich kaufe was ich finde.

00:22:46: Wenn ich's nicht finde dann kauf' ichs nicht.

00:22:48: Dann kaufe ich etwas anderes nämlich das was ich finde.

00:22:50: Das ist nämlich mal eine der wichtigen Erkenntnisse.

00:22:53: Das bedeutet dass die erste wichtige Erkenntnis... Die zweite wichtige Erkennnis ist viele Markenvertriebe sagen wir müssen unseren stationären Handel stützen weil der stationäre Handel für uns wichtig ist.

00:23:06: Aber der stationäre Handel steht hundert Prozent unter dem Onlinepreistruck, der in der Regel möglich ist.

00:23:15: Weil das Bezugskonditionssystem des Herstellers das ermöglicht.

00:23:22: Wenn man zu viel rechnungsabzugsfähige Konditionen hat und auch ansonsten keinen richtigen Plan über seine die Art und Weise wie man seine Produkte vermarktet dann kann jeder Insolvenzverzögerer die Produkte kaufen, verramschen Und am Ende des Tages eine gesamte Vertriebsorganisation unter Preisdruck setzen.

00:23:41: Und jetzt ist Preisdruk an sich nichts Schlechtes, ich selber bin Schwabe.

00:23:44: ja für mich ist Preis Druck eine hochwillkommene Geschichte.

00:23:50: Schwierig wird es wenn der Preisdrucks anfängt ruinös für einen gesamten Vertriebskanal zu werden und diese ruinösen Strukturen die aufgrund von inkonsistenten und nicht kompetenzgetriebenen Konditionsmodellen befeuert werden.

00:24:13: Dies liegen voll in der Hoheit des jeweiligen Herstellers, die müssen eben angegangen und bereinigt werden.

00:24:19: Das ist eines der wesentlichen Tools.

00:24:23: Daraus folgt dann also eines der Wesentlichen tools – nicht das Wesentliche aber eines der Wesenlichen.

00:24:29: Und das ist nämlich sehr wichtig!

00:24:30: Es gibt verschiedene Tools, die nebeneinander wirken können Und man muss hier deutlich integrierter denken.

00:24:36: Also, welche Produkte gehören in welche Kanäle?

00:24:39: Welche Plattformen sind strategisch relevant?

00:24:42: Welchen Daten brauchen wir?

00:24:43: Welches Service Leistung und rechtfertigen unseren Premiumanspruch?

00:24:47: Wofür ist der Endkunde bereit zu bezahlen und welcher Vertriebspartner stärken die Marke tatsächlich?

00:24:52: Das sind wichtige Punkte!

00:24:54: Dann muss man sich die Frage stellen, welche Werkzeuge haben wir zur Verfügung?

00:25:02: Ich würde gerne noch eine Folge jetzt aufnehmen, weil wir haben so schön die Situation beleuchtet und ich würde gern nochmal tiefer gehen darin.

00:25:14: was kann man jetzt tun um das nicht dastehen zu lassen.

00:25:19: Und die Folge für diese Woche würde ich gerne an der Stelle dann abschließend mit den Einblicken auch Zeit zur Verarbeitung geben.

00:25:26: Ich glaube für den einen oder anderen dürfte es vielleicht in der Magengrube etwas getroffen haben Und ich würde das abschließend festhalten, was für mich hier klar ist.

00:25:40: Du hast gerade eine schöne Formulierung getroffen.

00:25:42: Ich weiß gar nicht mehr wie es war aber dieses Ganzeitliche ... Das ist am Ende der Schlüssel!

00:25:57: dass nicht mehr Abteilung für Abteilungen diese Probleme angehen kann, sondern es muss ein ganzheitlicher Schlüssel gefunden werden mit einer richtigen Reihenfolge.

00:26:04: Und die Chance ist ja für die Unternehmen, die das verstanden haben, dass sie jetzt die Chance haben, Endkundenzugang sehr direkt zu kriegen den Sie vorher nur indirekt mit mächtigem Handelsunternehmen haben.

00:26:15: Dann sind vielmehr Möglichkeiten Produkte jetzt für Endkunde zu entwickeln und dann gibt's Unternehmen die werden das verstehen in Zukunft wollen oder die möchten das nicht und die werden sehr schwer haben.

00:26:29: Ich weiß, du würdest es noch drastischer ausdrucken aber hier liegt die Chance und hier liegt auch die riesengefahr in der Situation.

00:26:39: so würde ich das beschreiben.

00:26:41: also ich möchte möchte dass tatsächlich noch etwas konkreter sagen.

00:26:46: stell dir mal vor du rufst bei der Feuerwehr an ja und die sagt halten sie den Brandingang wir kommen so ist meine.

00:26:55: was mich wirklich erstaunt ist, wie viele Vertriebsorganisationen meinen.

00:27:01: Sie könnten noch auf irgendetwas warten.

00:27:04: Ein weiter so ist für mich einfach nicht mehr vorstellbar und das ist der erste Punkt.

00:27:11: Der zweite Punkt, der für mich wirklich relevant ist.

00:27:14: Jeder soll mal auf die Altersstruktur seiner stationären Händler schauen und dann soll er mal gucken, die sind alle oder viele von denen sind mit der Ende Fünfzig Anfang Sechzig Und diejenigen von denen, die zur Miete aktiv sind.

00:27:28: Von denen wird keiner einen drei bis fünf Jahres-Mietvertrag abschließen können oder wollen weil sie gar nicht mehr die Bank beschafft kriegen im Zweifel.

00:27:37: So das heißt die stationären Strukturen die sind am Wackeln.

00:27:41: Der nächste Punkt ist Die meisten Hersteller meinen immer noch Sie können mit ihren dreieinhalb People in der E-Commerce Eine Vollzeitstelle, eine Teilzeitstellung und ein A zu B. Und die Vollzeit-Stelle ist gerade in Elternzeit.

00:27:57: Damit könnten sie gegen irgendeinen professionellen Onlinehändler anstinken.

00:28:01: Das ist lächerlich!

00:28:03: Das funktioniert einfach nicht.

00:28:05: Was ich auch beobachte ist dass viele Vertriebsorganisationen Insbesondere, wenn der E-Commerce noch dem Marketing zusortiert ist organisatorisch.

00:28:16: Noch nicht geklärt und abgestimmt haben wer eigentlich im Bleed ist.

00:28:20: Marketing oder Vertrieb?

00:28:22: Und also damit E-commerce oder stationärer Handel.

00:28:26: Und diese ganzen Grundsatzentscheidungen die hier zu fällen sind bei denen ich immer unterstützend mitwirke auch weil ich eben so viel Erfahrung habe aufgrund der seventy-seitigtiven Vertriebssysteme die in den letzten fünfundzwanzig Jahren um und durchgesetzt Kann ich halt einfach sagen, Leute kommt in die Puschen macht Hine und habt jetzt relativ bald ein Konzept das euch Zukunftsfähigkeit gibt.

00:28:51: Weil es geht um den Standort Deutschland Es geht um die Arbeitsplätze hier Und es geht darum dass wir dafür sorgen Dass die strukturellen Voraussetzungen geschaffen werden Um hier als deutscher Hersteller In Deutschland produzieren und Geschäft machen zu können.

00:29:11: Dankeschön.

00:29:12: Also ich glaube, wir haben sehr klar herausgearbeitet warum es jetzt Zeit ist Dinge anders zu machen so wie sie vielleicht zeitgemäß sein sollten und das nicht am alten festzuhalten.

00:29:29: Und Ich würde gerne der nächsten folg darauf eingehen Wie kann man das konkret machen wenn das für dich passt?

00:29:34: also was Kann Man Jetzt Ganz Konkret Als Nichts tun würde ich?

00:29:38: da würde ich gern eine eigene Folge Zu

00:29:39: Machen.

00:29:40: also Was Kann Man Tun und vor allem was sollte man auch tun?

00:29:43: Also der erste Punkt ist, es fängt alles mit einer klugen Strategie an und diese kluge Strategie muss verschiedene Punkte eben integrieren und berücksichtigen.

00:29:55: Und dann... ...ist das der erste wirkliche Schritt?

00:29:59: Und der zweite Schritt, der da folgt, das ist dann wahrscheinlich irgendwann eine

00:30:02: Folgefolge.".

00:30:05: Ja

00:30:05: toll!

00:30:08: Okay ich bedanke mich bei dir, danke dass du die Zeit genommen hast.

00:30:12: Das ist eine prägende Folge, glaube ich.

00:30:18: Und dir als Hörer sage ich Danke fürs Zuhören.

00:30:22: Markus, dir danke, dass du da warst.

00:30:24: Danke für deine Einschätzung!

00:30:27: Falls du den Podcast hier noch nicht abonniert hast und irgendwo in der Glocke siehst bei Spotify oder Apple.

00:30:34: drück sie bitte.

00:30:35: abonniere das Ganze dann bekommst du regelmäßig die Neuigkeiten.

00:30:39: Du verpasst nichts.

00:30:43: Bis

00:30:43: zum nächsten Mal wieder mit Markus Nessler.

00:30:47: Viel Erfolg für dein Unternehmen und dir maximale Wirksamkeit in deinem Unternehmen!

00:30:50: Mach's gut, danke.

00:30:51: Ciao.

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